Rethinking Mies - Symposium in Aachen

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Mit einer eindrucksvollen Liste an Vortragenden aus Architektur, Kunst- und Kulturwissenschaften, Philosophie und Kunst erkundet ein Symposium vom 25. bis 27. Oktober im Aachener Rathaus „Positionen zu einer Moderne im 21. Jahrhundert“. So sind allein als Vertreter der Architektur Wiel Arets, Cecil Balmond, Peter Eisenman, Junya Ishigami, Christian Kerez, Dominique Perrault, Werner Sobek, Eduardo Souto de Moura, Bernard Tschumi und Arnold Walz angekündigt; Kjetil Thorsen von Snohetta ist angefragt. Hinzu kommen herausragende Namen anderer Disziplinen wie Peter Sloterdijk, Brett Steele, Christopher Dell oder Tomas Saraceno. Organisiert und initiiert wird das Symposium durch die Initiative „Aachen_Fenster: Raum für Bauen + Kultur“, Prof. Klaus Klever, und die Fakultät für Architektur der RWTH Aachen, Prof. Axel Sowa, Lehr- und Forschungsgebiet Architekturtheorie. Partner sind das Ludwig Forum für Internationale Kunst und das M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst.

Anlass für die hochkarätige Zusammenkunft ist der 125. Geburtstag Ludwig Mies van der Rohes, der 1886 in Aachen geboren wurde. Mies habe, so die Veranstalter, der Disziplin Architektur Wege in die Moderne gewiesen und dabei das Verhältnis von Technik und Ästhetik; von Idee und Artefakt auf neue und zugleich nachhaltige Weise bestimmt. So verwundere es nicht, dass dem Corpus des Mies’schen Oeuvres bereits zu Lebzeiten des Architekten eine herausragende Bedeutung zuteil wurde. Seine in vielerlei Hinsicht exemplarischen Werke wurden dokumentiert, inventarisiert, publiziert und konserviert. Nach wie vor sind sie Ausgangspunkt von Kommentaren und Aneignungen. Der Sinn einer Würdigung könne allerdings nicht primär in einer hagiographischen Laudatio auf die Person, das Werk und dessen Rezeptionsgeschichte liegen. Der Anlass des 125. Geburtstags solle vielmehr dazu dienen, die Essenz des Mies’schen Wirkens – im übertragenen Sinne dessen „genetischen Code“ – herauszuarbeiten und der Frage nachzugehen, welche Bedeutung dem geistigen Vermächtnis Mies van der Rohes heute zukommt. Kann man die Haltung des Architekten als „klassisch“ bezeichnen? Hat sie zur Entstehung eines modernen Kanons beigetragen? Sind die zentralen Gehalte des Mies’schen Denkens noch aktuell und wegweisend für die Zukunft?

Die thematische Ausrichtung des Symposiums leitet sich aus dieser Betrachtungsweise ab: Wie lassen sich die Mies’schen Prinzipien im Licht unserer Zeit deuten? Welche Neuinterpretationen sind denkbar? Welche Bezüge zum aktuellen Baugeschehen und zu unterschiedlichen Kontexten zeitgenössischer Kunst und Kultur lassen sich nachweisen oder herstellen? Im Sinne eines transdisziplinären Diskurses gliedern sich die Vorträge und Podiumsdiskussionen des Symposiums in fünf thematische Sektionen:

• Ingeniöse Architektur – Zur Frage technischer und ästhetischer Standards
• Mies Mimesis – Modell und Nachahmung im Zeitalter der Moderne
• Über die Grenze – Mies, das Bauen und die Künste
• Ikonische Architektur – Mies und die Bilder der Moderne
• Offene Räume – Die Landschaften der Moderne

Das Symposium soll Auftakt einer dauerhaften Auseinandersetzung mit Mies sein und die Suche nach einer Neuinterpretation moderner Positionen befördern. Die Beiträge des Symposiums werden in Buchform sowie im Rahmen einer Ausstellung dokumentiert; die Veranstaltung wird zudem durch ein Kulturprogramm begleitet.


Rethinking Mies – Mies neu denken
Internationales Symposium
Krönungssaal des historischen Rathauses in Aachen
25.–27. Oktober 2011

www.mies2011.com


Abb.:
Plakatmotiv des Symposiums Rethinking Mies: Thomas Ruff d.p.b.08 © VG Bild – Kunst, Bonn 2011

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